Auf die Berge – Vorbereitung

Laufen, laufen, laufen…1000 erste Schritte. 

IMG_0212Glaubt man der gängigen Reiseliteratur, dann kann prinzipiell jeder – je nach Route –  von acht bis achtzig Jahren über die Alpen wandern. Grundsätzlich kann das so stehen bleiben. Es gibt tatsächlich Menschen jeden Alters, die die entsprechende körperliche Konstitution für einen Kraftakt dieser Größe besitzen. Leider zähle ich mich nicht zu diesen Glücklichen. 

Für eine Fernwanderung über mehrere Tage oder Wochen, in deren Verlauf täglich im Schnitt Strecken von 15 bis 25 Kilometern und bis zu tausend Höhenmetern und mehr im Auf- und Abstieg zu bewältigen sind, braucht es Kraft, Konzentration und Ausdauer. Period. 

Selbst ambitionierte Bergfexe müssen abschätzen, an wie vielen aufeinanderfolgenden Etappen der Körper die Anforderungen stemmen kann – Flachlandbewohner wie ich müssen sich darauf vorbereiten. Dabei kommt es natürlich stark darauf an, in welcher Ausgangslage sich der Wanderer befindet. Ich denke an meinen Stiefvater, der sein ganzes Leben lang Wettkampfsport betrieben hat und heute mit über 60 die Dolomitenrundfahrt mit dem Rennrad immer noch in persönlicher Bestzeit bewältigt – er hätte vermutlich mit der Tour kaum Probleme. Dann sehe ich mich selbst vor meinem inneren Auge und befinde mich in der spannenden Situation, in den kommenden Monaten Kondition und Kraft quasi vom Nullpunkt an aufbauen zu müssen.

Daraus lässt sich folgern: Mit einer soliden Grundlage kann jeder eine Route finden, die ihn über die Berge trägt. Um sicher hinauf und wieder herunter zu gelangen, sollte genug Muskelkraft und Ausdauer vorhanden sein, um auch nach mehreren Stunden am Berg an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen und auch bei unbequemem Wetter trittsicher zu bleiben. Mangelnde Konzentration, Selbstüberschätzung und Erschöpfung sind nicht nur die häufigsten Gründe für alpine Unfälle, sie erhöhen auch das Risiko für Erscheinungen wie Höhenschwindel und -ängste, die je nach Standort zum großen Problem werden können.

Für mich heißt das, in Ermangelung geeigneter Trainingsberge, dass ein zentraler Punkt meiner Vorbereitungen das Laufen, das Wandern sein wird. Schritte tun. Kilometer reißen, um die Muskulatur wieder darauf einzustimmen, dass wir noch einiges miteinander vorhaben. Unter der Woche muss das zwangsläufig auf den Bamberger Hügeln und im Umland stattfinden, am Wochenende soll es so oft wie möglich raus in die Fränkische Schweiz gehen, wo dann auch zumindest eine moderate Quote an Höhenmetern erreicht werden kann. Persönliches Ziel sind dabei für mich weniger die oft beschriebenen 10.000 Schritte am Tag, sondern mehr, mich dazu zu motivieren, jeden Tag den ersten Schritt (von vielen) zu tun. 1.000 erste Schritte wird mich dabei begleiten und dokumentieren, wie weit mich meine Füße Monat für Monat tragen.

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Karwendel – Johannestal in Richtung Kleiner Ahornboden.

2 Gedanken zu “Auf die Berge – Vorbereitung

  1. Ich kann Dir als Ergänzung zum Laufen die Bücher „Fit ohne Geräte“ wärmstens empfehlen. Eine differenzierte, gemässigte aber effizient ganzheitliche und deshalb „gesunde“ Fitnesschule für den Alltag und unterwegs…

    In Deinem Gerät – Deinem Körper – lebst Du. Den hast Du immer bei Dir… jederzeit und überall – und die Disziplin trägst Du in Dir! Hast nie wieder teure GymCenter-Abogebüren aber auch nie wieder eine Ausrede (;

    Schaus Dir mal an.

    http://www.fit-ohne-geraete.de

    1. …in der Tat ist die zweite Säule meines derzeitigen „Rundumprogramms“ moderater Kraftaufbau nach ebendiesem Prinzip. 🙂
      Finde das Programm und die Idee dahinter genial, gerade als Alternative zu den Studios, die zB mein Fall (persönlich) überhaupt nicht sind.
      Mit einem gesunden Körpergefühl und einigen anatomischen Grundkenntnissen (um Fehlhaltungen vorzubeugen) gibt es kaum etwas Effektiveres und Einfacheres als „Fit ohne Geräte“ um zu trainieren. Trainiere allerdings noch zusätzlich ab und an mit einem Schlingentrainer, der aber ja auch mit dem Eigengewicht des Körpers arbeitet. Gute Sache 😉

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