Über die Alpen.

Über alle Berge

Einmal…die Alpen zu Fuß überqueren. 

IMG_2871..von allen Urlaubsplänen und Abenteuern der letzten Jahre dürfte dieses das ungewöhnlichste sein: Einfach von irgendwo aus loslaufen und zu Fuß über die Alpen  wandern. Oder: So weit meine Füße, das Wetter, der Urlaubsplan mich lassen. Bisher ist es noch nicht viel mehr als eine Idee, die von vielen Unwägbarkeiten abhängt. Nicht zuletzt von meinem eigenen Durchhaltevermögen, denn schließlich sind die Berge kein Terrain, in das man unvorbereitet startet.

Aber woher diese Idee? – nicht leicht zu beantworten. Zunächst: Fernwanderwege in aller Welt üben seit Jahren eine unergründbare Faszination auf mich aus. Zum einen aufgrund der unglaublichen Naturbeobachtungen und -erfahrungen, denen man unterwegs begegnen kann. Zum anderen aber auch, weil jeder, wirklich jeder, der die Mühen und Anstrengungen einer langen Fußreise auf sich genommen hat, hinterher zwar von schrecklichen Schmerzen, Blasen an den Füßen, furchtbaren, geruchsintensiven Nachtlagern, Parasiten und Schlimmerem berichtet, aber im gleichen Atemzug schwört, dass er noch niemals etwas vergleichbar Schönes erleben durfte. Dass die Erinnerungen für immer bleiben würden. Bisher konnte ich das immer schwer fassen – man sieht jemanden mit offenen Wunden an den Füßen im strömenden Regen auf dem Appalachian Trail in der Wildnis Neuenglands sitzen, der mit einem unglaublichen inneren Feuer schwört, dass er gerade die wertvollste Erfahrung seines Lebens macht – jeder rationale Mensch reagiert darauf doch mit einem gediegenen Wtf??? -Ich ebenso.

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Dann kam 2015. Das letzte Jahr war ein extremes, in jeder Hinsicht. Persönlich, gesundheitlich, beruflich – es gab viele Herausforderungen. Die meisten davon sucht man sich nicht aus, einige andere nimmt man hingegen freien Willens und mit Anlauf auf sich. Im gleichen Atemzug hielt 2015 aber auch einige der verrücktesten, wildesten und unvergesslichsten Erlebnisse der vergangenen 30 Jahre für mich bereit. Die Wochen in der amerikanischen Wildnis, wo ich die schönere Hälfte meines Sommers verbringen durfte, taten ihr Übriges. Ich wollte nicht mehr heim. Ich wollte nicht mehr rein. Ich wollte am liebsten draußen bleiben. So entstand schließlich im Winter der Plan, zu nächster Gelegenheit einfach tatsächlich draußen zu bleiben. Und weil die Alpen logistisch einfach günstiger liegen als die Sierra Nevada, werden sie es werden.

It is not the mountain we conquer, but ourselves.“

…damit spricht Sir Edmund Hillary einen entscheidenen Faktor an, der bei dem Plan, Berge zu Fuß zu erklimmen natürlich auch immer mitschwingt: Wer über alle Berge laufen möchte, der will natürlich auch herausfinden, was möglich ist, wie weit er gehen kann. Wie weit einen die eigenen Füße zuverlässig tragen und was man aus eigener Kraft alles schaffen kann. Deswegen ist auch der Wanderer mit den offenen Füßen in Neuengland so euphorisch: Er kann darauf vertrauen, dass er sich selbst all die Meilen getragen hat. Da es bei einer ambitionierte Fernwanderung demnach auch immer um die innere Kraft und das eigene Durchhaltevermögen geht, könnte es demnach auch gut sein, dass ich an der ersten Alm, die ein gutes Bier ausschenkt, meine Reise schon wieder beenden werde. Aber bis dahin bin ich dann gekommen…

Bis dahin gibt es natürlich noch ungefähr tausend Dinge an Planung zu bedenken – Routen, Zeitaufwand, Kondition, Training, Ausrüstung…das Rädchen dreht sich.

4 Gedanken zu “Über die Alpen.

  1. Einmal über die Alpen – zu Fuß oder mit dem Rad – steht bei mir auch weit oben auf der Liste. Vielleicht sogar diesen Sommer. Ich bin gespannt wie es bei Dir weitergeht.

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