Wandern.

Wenn ich vom Wandern schreibe…

Der ein oder andere mag bereits eine leise Vorahnung haben. Es geht mir hier viel ums draußen sein. Darum, zu Laufen. Wobei, und das ist mir in Zeiten von Running und HIIT etc. ganz wichtig: Spreche ich vom Laufen, dann doch in den allermeisten Fällen einfach vom Wandern.

Denn…

…wenn ich vom Wandern schreibe, dann schreibe ich über das Gefühl, sich selbst über alle Berge zu tragen. Dann schreibe ich darüber, wie unvergleichlich das erste Bier, das erste Wasser, die erste Cola nach sechs Stunden hartem Aufstieg schmecken kann. Dann schreibe ich über die Ruhe, die sich in der Natur findet, manchmal nur zehn Minuten von der Zivilisation entfernt. Darüber, wie leicht man verzweifelt, wenn die verdammte Hütte einfach nicht näher kommt (oder, wie in einem besonders erheiternden Moment geschehen, einfach nicht mehr am eingezeichneten Ort steht, sondern am Gipfelchen nebenan…). Über die brennenden Schmerzen in den Oberschenkeln, die sofort vergessen sind, sobald sich das nächste – vielleicht vollkommen unerwarteten – Panorama eröffnet. Über die Zufriedenheit, die man empfindet, wenn man angekommen ist und sich für einen kurzen Moment das Hier und Jetzt bewusst macht. Und nirgendwo anders auf der Welt sein möchte. 

Ich liebe das Wandern. Unconditionally. Weil es ein Sport ist, den ich fast uneingeschränkt genießen kann – egal wie anstrengend und anspruchsvoll die Etappen auch sein mögen. Weil es mich herausfordert, anspornt, neue Wege zu entdecken, über mich selbst hinaus zu wachsen. Meine Kraft, Konzentration und Ausdauer jedes Mal unter neuen Verhältnissen auf die Probe stellt. Aber auch, weil einen Schritt nach dem anderen tun so unheimlich entschleunigt. Weil das Handy, der Messenger, der Terminkalender plötzlich sowas von nebensächlich sind, wenn man draußen im Wald für einen Moment die Augen schließt und durchatmet. Dabei realisiert, dass man zwar völlig alleine, aber trotzdem Teil von allem ist. Man sortiert sich und alle Gedanken vollkommen neu; selbst wenn es nur für den Augenblick ist. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen…je weiter oben man ist, je stärker einem der Wind um die Ohren bläst, desto freier wird auch der Kopf.

Deswegen wandere ich. Viel und oft, im Urlaub in weiter Ferne, am Wochenende oft in der Fränkischen Schweiz in der Nähe und unter der Woche, hier, vor der Türe. Und Ihr so, am Wochenende?

 -C. 

DCIM100GOPROGOPR0564.
Kainachtal, nähe Hollfeld; Fränkische Schweiz.

8 Gedanken zu “Wandern.

  1. Ich bin entzückt! Meine Passion – das Bergwandern – wird in meinem Blog … unter den „neuen Kapiteln“ viel Platz finden… so tauschen wir vielleicht Karten und schanzen uns Gipfelkreuze zu… Wär schön.

    1. …das wäre ganz wunderbar! Für mich wird bis die „richtigen“ Berge erwandert werden können allerdings noch etwas Zeit verstreichen. Bis dahin lasse ich mich gerne inspirieren von Gipfelkreuzen und luftigen Höhen… 🙂

      1. …weil in Deiner Nähe sich die Welt nicht so arg aufgefaltet hat… musst Du weit reisen…
        Oder was ist der Grund für das Zeit verstreichen?

      2. Schön dass Dich die Berge und das Höhen-wandern fasziniert.
        Gelte auch als – in der Schweiz – Unterländer. Breche hier nun meine Zelte ab… der Berg ruft…
        Natürlich muss ich auch arbeiten gehn aber die Freizeit… kann es kaum erwarten.

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